Als Führungskraft psychische Erkrankungen im Homeoffice erkennen

Erfahre, wie Führungskräfte psychische Erkrankungen im Homeoffice erkennen, um rechtzeitig Unterstützung anzubieten.

Leadership

In Zeiten der Digitalisierung und der zunehmenden Verbreitung flexibler Arbeitsmodelle ist die Arbeit im Homeoffice - da wo es möglich ist - immer mehr zur Normalität geworden. Denn sie bietet zahlreiche Vorteile wie eine verbesserte Work Life Balance, gesparte Pendelzeit und mehr Selbstbestimmung. Jedoch bringt das Arbeiten von zu Hause auch einige Nachteile mit sich, die leicht übersehen werden.

Eines der größten Probleme, mit denen sich Unternehmen hier konfrontiert sehen, ist die zunehmende Gefahr psychischer Erkrankungen im Homeoffice. Wenn Mitarbeitende langfristig Belastungen ausgesetzt sind, kann es häufiger zu langen Ausfallzeiten, Leistungseinbußen und der Entwicklung von psychischen Erkrankungen kommen. Daher ist es besonders wichtig, Warnsignale früh zu erkennen und schnell einzugreifen, da sich so die Prognose für eine Verbesserung deutlich erhöht.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du als Führungskraft Anzeichen für psychische Erkrankungen erkennst und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um betroffene Mitarbeitende zu unterstützen.

Psychische Erkrankungen im Homeoffice: Ein unterschätztes Problem

Die Entwicklung von psychischen Erkrankungen wird häufig unterschätzt, wenn es um die Arbeit aus dem Homeoffice geht. Denn auf den ersten Blick scheint die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, nachteilslos: Es hilft beim persönlichen Zeitmanagement, kann Stress reduzieren und dabei helfen, die Work-Life-Balance zu verbessern. Doch tatsächlich kann es das Risiko psychischer Probleme sogar erhöhen. Einige der Hauptursachen dafür sind:

  • Isolation und mangelnde soziale Interaktion: Im Homeoffice fehlt der direkte Kontakt zu Kolleg:innen, der für soziale Interaktionen und ein Gemeinschaftsgefühl sorgt.
  • Vermischung von Arbeit und Privatleben: Ohne klare räumliche Trennung zwischen Arbeitsplatz und Wohnbereich kann es schwierig sein, eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten.
  • Ständige Erreichbarkeit: Die ständige Verfügbarkeit kann dazu führen, dass Mitarbeitende das Gefühl haben, immer erreichbar sein zu müssen, was zu Überarbeitung und Stress führen kann.

Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass Führungskräfte oft Schwierigkeiten damit haben, psychisch belastete Mitarbeitende zu erkennen. Denn sobald die Meetings vorbei sind, bleiben jegliche Auffälligkeiten unbemerkt. Doch welche Anzeichen weisen darauf hin, dass Mitarbeitende psychisch belastet sind?

Es ist wichtig zu bedenken, dass nur qualifizierte und fachkundige Personen eine psychische Erkrankung diagnostizieren können. Wenn du glaubst, dass ein Teammitglied Hilfe benötigt, solltest du es ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Psychischen Erkrankungen im Homeoffice erkennen

Psychische Belastungen sind oftmals nicht sofort ersichtlich, besonders wenn nur ein virtueller Kontakt besteht. Sie entwickeln sich in der Regel über längere Zeiträume und werden eher subjektiv wahrgenommen. Selbst wenn die Betroffenen eine psychische Belastung oder Erkrankung bei sich vermuten, sprechen sie diese nur selten an oder versuchen sie sogar aktiv zu verbergen. Dies kann verschiedene Gründe haben. Dennoch gibt es eine Vielzahl typischer Belastungssymptome, die sich auf unterschiedlichen Ebenen manifestieren können.

  1. Veränderung im Arbeitsverhalten: Dies könnte eine Veränderung in der Arbeitsqualität, in der Pünktlichkeit oder im Engagement für die Arbeit umfassen. Mitarbeitende könnten Schwierigkeiten haben, sich auf Aufgaben zu konzentrieren oder Deadlines einzuhalten.
  2. Auffällige Kommunikation: Hier geht es um Veränderungen in der Art und Weise, wie sich Beschäftigte ausdrücken. Wenn sie ungewöhnlich still sind oder nicht an Diskussionen teilnehmen, könnte dies ein Zeichen für eine psychische Erkrankung sein. Auch ständige Negativität oder abrupte Stimmungswechsel können darauf hinweisen.
  3. Soziale Isolation: Während der Arbeit aus dem Homeoffice besteht ein höheres Risiko der sozialen Isolation. Wenn Mitarbeitende Meetings oder soziale Ereignisse aktiv vermeiden oder nicht mehr so oft wie früher mit Kollegen interagieren, sollten Führungskräfte hellhörig werden.
  4. Veränderung im physischen Erscheinungsbild: Auch während virtueller Meetings kann der Eindruck entstehen, dass Teammitglieder müde aussehen, Gewicht verloren oder sich sonst körperlich verändert haben. Solche Veränderungen sind auch häufig ein Zeichen für psychische Probleme und eine Verschlechterung des Gemütszustandes.
  5. Vermehrte Fehlzeiten: Wenn Mitarbeitende häufiger als gewöhnlich krank sind oder regelmäßig ohne Erklärung fehlen.
  6. Auffällige Emails oder Nachrichten: Wenn Beschäftigte Emails oder Nachrichten schreiben, die unzusammenhängend, konfus oder emotional aufgeladen sind.
Bei den genannten Symptomen geht es um den Aspekt der Veränderung. Du solltest also immer darauf achten, ob sich die individuelle Art und Weise einer Person verändert hat - also ob die Person jetzt anders ist, als sie zuvor war.

Bitte beachte, dass du als Führungskraft eine möglicherweise betroffene Person nicht bereits bei einer Auffälligkeit ansprechen solltest, sondern erst, wenn du die Person schon eine Weile kennst und beobachtet hast. Außerdem deuten meist mehrere Veränderungen und Auffälligkeiten auf verschiedenen Eben auf eine psychische Belastung oder Erkrankung hin. Wenn sich deine Vermutung mit der Zeit erhärtet, ist es angemessen, ein Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen. Hier ist es wichtig, dass du neutral bleibst und dich ausschließlich auf das beziehst, was du tatsächlich beobachtet hast. Es liegt außerhalb deines Zuständigkeitsbereiches, eine Diagnose zu stellen und medizinische Ratschläge zu erteilen, sofern du keine fachkundige Person bist. Stattdessen ist es hilfreicher, der Person Fragen zu stellen, um ihre Situation, mögliche Hintergründe oder andere Ursachen für die wahrgenommenen Veränderungen besser nachvollziehen zu können.

Wenn du dich fragst, wie du die (mentale) Gesundheit deiner Teammitglieder im Homeoffice stärken kannst, findest du Antworten in diesem Beitrag: Gesund im Homeoffice: So unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeitenden.

Die psychische Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Leistung und das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden. Indem du dir als Führungskraft dieser Problematik bewusst bist und proaktiv Maßnahmen zur Unterstützung der mentalen Gesundheit deines Teams ergreifst, kannst du dazu beitragen, ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen - auch im Homeoffice.

Als Führungskraft psychische Erkrankungen im Homeoffice erkennen

Lennart Jansen
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Leadership

In Zeiten der Digitalisierung und der zunehmenden Verbreitung flexibler Arbeitsmodelle ist die Arbeit im Homeoffice - da wo es möglich ist - immer mehr zur Normalität geworden. Denn sie bietet zahlreiche Vorteile wie eine verbesserte Work Life Balance, gesparte Pendelzeit und mehr Selbstbestimmung. Jedoch bringt das Arbeiten von zu Hause auch einige Nachteile mit sich, die leicht übersehen werden.

Eines der größten Probleme, mit denen sich Unternehmen hier konfrontiert sehen, ist die zunehmende Gefahr psychischer Erkrankungen im Homeoffice. Wenn Mitarbeitende langfristig Belastungen ausgesetzt sind, kann es häufiger zu langen Ausfallzeiten, Leistungseinbußen und der Entwicklung von psychischen Erkrankungen kommen. Daher ist es besonders wichtig, Warnsignale früh zu erkennen und schnell einzugreifen, da sich so die Prognose für eine Verbesserung deutlich erhöht.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du als Führungskraft Anzeichen für psychische Erkrankungen erkennst und welche Maßnahmen du ergreifen kannst, um betroffene Mitarbeitende zu unterstützen.

Psychische Erkrankungen im Homeoffice: Ein unterschätztes Problem

Die Entwicklung von psychischen Erkrankungen wird häufig unterschätzt, wenn es um die Arbeit aus dem Homeoffice geht. Denn auf den ersten Blick scheint die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, nachteilslos: Es hilft beim persönlichen Zeitmanagement, kann Stress reduzieren und dabei helfen, die Work-Life-Balance zu verbessern. Doch tatsächlich kann es das Risiko psychischer Probleme sogar erhöhen. Einige der Hauptursachen dafür sind:

  • Isolation und mangelnde soziale Interaktion: Im Homeoffice fehlt der direkte Kontakt zu Kolleg:innen, der für soziale Interaktionen und ein Gemeinschaftsgefühl sorgt.
  • Vermischung von Arbeit und Privatleben: Ohne klare räumliche Trennung zwischen Arbeitsplatz und Wohnbereich kann es schwierig sein, eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu halten.
  • Ständige Erreichbarkeit: Die ständige Verfügbarkeit kann dazu führen, dass Mitarbeitende das Gefühl haben, immer erreichbar sein zu müssen, was zu Überarbeitung und Stress führen kann.

Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass Führungskräfte oft Schwierigkeiten damit haben, psychisch belastete Mitarbeitende zu erkennen. Denn sobald die Meetings vorbei sind, bleiben jegliche Auffälligkeiten unbemerkt. Doch welche Anzeichen weisen darauf hin, dass Mitarbeitende psychisch belastet sind?

Es ist wichtig zu bedenken, dass nur qualifizierte und fachkundige Personen eine psychische Erkrankung diagnostizieren können. Wenn du glaubst, dass ein Teammitglied Hilfe benötigt, solltest du es ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Psychischen Erkrankungen im Homeoffice erkennen

Psychische Belastungen sind oftmals nicht sofort ersichtlich, besonders wenn nur ein virtueller Kontakt besteht. Sie entwickeln sich in der Regel über längere Zeiträume und werden eher subjektiv wahrgenommen. Selbst wenn die Betroffenen eine psychische Belastung oder Erkrankung bei sich vermuten, sprechen sie diese nur selten an oder versuchen sie sogar aktiv zu verbergen. Dies kann verschiedene Gründe haben. Dennoch gibt es eine Vielzahl typischer Belastungssymptome, die sich auf unterschiedlichen Ebenen manifestieren können.

  1. Veränderung im Arbeitsverhalten: Dies könnte eine Veränderung in der Arbeitsqualität, in der Pünktlichkeit oder im Engagement für die Arbeit umfassen. Mitarbeitende könnten Schwierigkeiten haben, sich auf Aufgaben zu konzentrieren oder Deadlines einzuhalten.
  2. Auffällige Kommunikation: Hier geht es um Veränderungen in der Art und Weise, wie sich Beschäftigte ausdrücken. Wenn sie ungewöhnlich still sind oder nicht an Diskussionen teilnehmen, könnte dies ein Zeichen für eine psychische Erkrankung sein. Auch ständige Negativität oder abrupte Stimmungswechsel können darauf hinweisen.
  3. Soziale Isolation: Während der Arbeit aus dem Homeoffice besteht ein höheres Risiko der sozialen Isolation. Wenn Mitarbeitende Meetings oder soziale Ereignisse aktiv vermeiden oder nicht mehr so oft wie früher mit Kollegen interagieren, sollten Führungskräfte hellhörig werden.
  4. Veränderung im physischen Erscheinungsbild: Auch während virtueller Meetings kann der Eindruck entstehen, dass Teammitglieder müde aussehen, Gewicht verloren oder sich sonst körperlich verändert haben. Solche Veränderungen sind auch häufig ein Zeichen für psychische Probleme und eine Verschlechterung des Gemütszustandes.
  5. Vermehrte Fehlzeiten: Wenn Mitarbeitende häufiger als gewöhnlich krank sind oder regelmäßig ohne Erklärung fehlen.
  6. Auffällige Emails oder Nachrichten: Wenn Beschäftigte Emails oder Nachrichten schreiben, die unzusammenhängend, konfus oder emotional aufgeladen sind.
Bei den genannten Symptomen geht es um den Aspekt der Veränderung. Du solltest also immer darauf achten, ob sich die individuelle Art und Weise einer Person verändert hat - also ob die Person jetzt anders ist, als sie zuvor war.

Bitte beachte, dass du als Führungskraft eine möglicherweise betroffene Person nicht bereits bei einer Auffälligkeit ansprechen solltest, sondern erst, wenn du die Person schon eine Weile kennst und beobachtet hast. Außerdem deuten meist mehrere Veränderungen und Auffälligkeiten auf verschiedenen Eben auf eine psychische Belastung oder Erkrankung hin. Wenn sich deine Vermutung mit der Zeit erhärtet, ist es angemessen, ein Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen. Hier ist es wichtig, dass du neutral bleibst und dich ausschließlich auf das beziehst, was du tatsächlich beobachtet hast. Es liegt außerhalb deines Zuständigkeitsbereiches, eine Diagnose zu stellen und medizinische Ratschläge zu erteilen, sofern du keine fachkundige Person bist. Stattdessen ist es hilfreicher, der Person Fragen zu stellen, um ihre Situation, mögliche Hintergründe oder andere Ursachen für die wahrgenommenen Veränderungen besser nachvollziehen zu können.

Wenn du dich fragst, wie du die (mentale) Gesundheit deiner Teammitglieder im Homeoffice stärken kannst, findest du Antworten in diesem Beitrag: Gesund im Homeoffice: So unterstützen Unternehmen ihre Mitarbeitenden.

Die psychische Gesundheit ist ein wichtiger Faktor für die Leistung und das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden. Indem du dir als Führungskraft dieser Problematik bewusst bist und proaktiv Maßnahmen zur Unterstützung der mentalen Gesundheit deines Teams ergreifst, kannst du dazu beitragen, ein gesundes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen - auch im Homeoffice.


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