Arbeiten im New Normal: Was hat sich verändert und wie können Organisationen darauf reagieren?

Die Corona-Pandemie hat viele Organisationen und Mitarbeitende mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Viele dieser Veränderungen werden sich auch über die Pandemie hinaus auf die Arbeitswelt auswirken: Ein neues Verständnis von Remote Work, digitale Tools und flexible Arbeitszeiten werden langfristig das New Normal prägen.

Organisationen sehen sich also in Zukunft neuen Bedürfnissen und Belastungen ihrer Mitarbeitenden gegenüber. Mit welchen konkreten Maßnahmen können wir diesen Herausforderungen begegnen?

Herausforderung 1: Erhöhte Belastungen und Mehrarbeit

Der Studie "AI@Work" zufolge war 2020 für sieben von zehn Menschen bisher das stressigste Arbeitsjahr überhaupt. Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmenden in Deutschland sahen ihr psychisches Wohlbefinden beeinträchtigt. Neben der allgemeinen Unsicherheit, den Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Angst vor einer Infektion lag dies auch an einer erhöhten Arbeitsbelastung: Rund ein Drittel der Beschäftigten leistete zum Zeitpunkt der Studie mindestens zehn Überstunden pro Woche.

Was tun? Damit sich keine langfristige Überlastung entwickelt, benötigen Mitarbeitende mehr Unterstützung. So können sie ihre Situation richtig beurteilen und proaktiv managen. Auch Führungskräfte müssen darin geschult werden, Überlastungen bei Mitarbeitenden zu erkennen und notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Organisationen können hierfür Tools, Inhalte oder Kurse bereitstellen, etwa zu den Themen:

  • Überlastungen rechtzeitig erkennen und richtig einschätzen: Welche Gründe stehen dahinter?
  • Erwartungen, Grenzen und Überlastungen richtig kommunizieren
  • Stressmanagement, gesunde Routinen im Home Office und klare Trennung von Arbeits- und Privatleben

Herausforderung 2: Doppelbelastung Familie und Beruf

Mehr als zwei von fünf der Befragten beobachten ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Eine vorige Trennung verschwindet zunehmend. Insbesondere Eltern stehen im Home Office unter einer Doppelbelastung zwischen Kinderbetreuung und ihrem Job. Oft wirken sich dadurch Stress und psychische Belastungen aus der Arbeit auf das Privatleben aus.

Was tun? Arbeitgeber können verschiedene Unterstützungsangebote für Eltern schaffen. Möglich sind zum Beispiel ein paar Tage bezahlter Mehrurlaub oder Unterstützung in der Kinderbetreuung. Wichtig ist aber auch, das Selbstmanagement und die Selbstfürsorge der Mitarbeitenden zu stärken. Die Führungskraft kann hier positiv einwirken, und auch in privaten Krisen Hilfestellung geben oder an geschulte Anlaufstellen vermitteln.

Herausforderung 3: Digitale Kommunikation

Digitale Kommunikation hat längst Einzug in die Arbeitswelt gehalten. Durch zunehmend flexible Arbeitszeiten und Home Office ergeben sich jedoch neue Herausforderungen. Kommunikationswege, -tools und -richtlinien müssen angepasst werden, damit auch im New Normal eine effiziente und wertschätzende Kommunikation im Team möglich bleibt. Insbesondere Führungskräfte müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie auch remote und in digitalen Settings gesund führen und ihre Fürsorgepflicht wahrnehmen können.

Was tun? Zunächst benötigen Organisationen die richtigen Tools, um eine erfolgreiche interne Kommunikation sicherzustellen (z. B. Messenger-Dienste, Videotelefonie). Gleichzeitig sollten Richtlinien etabliert sein, die die Kommunikation im Team skizzieren. Darin sollten insbesondere Themen wie Erreichbarkeit und Reaktionszeiten so geregelt sein, dass ein gesundes Arbeiten möglich ist (z.B. "Keine E-Mails nach 17 Uhr"). Darüber hinaus brauchen Führungskräfte Wissen darüber, wie sie auch im digitalen Raum eine gute Gesprächskultur pflegen können:

  • Wie erfahre ich, ob es meinem Team gut geht? Welche Fragen sollte ich regelmäßig stellen?
  • Wie führe ich ein erfolgreiches Fürsorgegespräch?
  • Wann und wie kann ich Unterstützung anbieten, wenn ich mir Sorgen um bestimmte Mitarbeitende mache?

Herausforderung 4: Weniger soziale Bindung

Durch das vermehrte Arbeiten im Home Office erleben viele Mitarbeitende einen Rückgang der Sozialkontakte. Das spontane Gespräch in der Kaffeeküche, die gemeinsame Mittagspause oder ein Feierabendbier mit den Kolleg:innen entfallen häufig. Es gibt deutlich weniger Gelegenheiten, Erfolge zu teilen, die Teammitglieder näher kennenzulernen oder auch mal Frust abzulassen. Manche Mitarbeitende erleben dadurch Gefühle von Einsamkeit und Isolation. Laut der Studie AI@Work betrifft das 14 Prozent aller Beschäftigten. Dadurch kann es unteranderem zu Depressionen kommen.

Was tun? Organisationen sollten solchen negativen Gefühlen frühzeitig entgegenwirken. Mitarbeitende können etwa lernen, mit Frust, Sorgen oder Rückschlägen konstruktiv umzugehen. Möglich sind hierfür digitale Inhalte, die zur Reflexion anregen und positives Verhalten fördern. Aber auch persönliche Unterstützung durch die Führungskraft und speziell geschulte interne oder externe Ansprechpersonen ist wertvoll. Mitarbeitende, die sich in einer akuten fortgeschrittenen Krise befinden, sollten mit der notwendigen psychologischen Betreuung vernetzt werden.

Daneben können Organisationen aktiv den sozialen Austausch im Team fördern, etwa durch virtuelle Mittagspausen oder einen Kommunikationskanal für informellen Austausch.

Wie hilft Evermood?

Von Stress bis Burnout, von Rückschlägen bis Depressionen, von Konflikt bis Mobbing - als digitale Plattform für Mitarbeiterunterstützung befähigt Evermood Führungskräfte und Mitarbeitende dazu, Herausforderungen proaktiv und eigenständig zu lösen.

In der Evermood Mediathek finden Beschäftigte und Führungskräfte hunderte Videos und Artikel, mit denen sie psychische Belastungen und Konfliktsituationen eigenständig meistern können. Außerdem ermöglicht Evermood die Vernetzung mit den passenden Ansprechpersonen per Telefon oder Chat – jederzeit und von überall. Dabei lässt sich die Plattform individuell anpassen und liefert fortlaufend Einblicke in den Gesundheitszustand deines Teams.

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